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Ihren Ursprung haben die deutschen Rollenmarken bereits im Jahre 1908. Genaue Angaben über die Herstellung und Ausgabe kann hier jedoch aufgrund fehlender Publikationen nicht gemacht werden. Bei den ersten Produktionen handelte es sich um einige Werte der Germania-Ausgaben, die jedoch nicht in entsprechender Rollenform im Endlosdruck hergestellt, sondern aus 100er- oder 200er-Bogen gerissen zu 500er-Rollen zusammen geklebt wurden. Nachgewiesen wurden bisher die Mi. Nr. 84, 85, 86, 88 und 92. Ebenso geschah dies mit den Werten Mi. Nr. 77, 78 und 80 von Bayern. Diese Rollen wurden in erster Linie für Massenversender hergestellt. Dann wurde es 1911 durch den Kauf einer Rotationsdruckmaschine möglich die Ausgaben "Germania" in Rollen mit einer Konfektionsgröße 1000 und 3000 auch in Endlosrollen maschinell herzustellen. Dies erfolgte zunächst in einer Breite von 5 Postwertzeichen.

Die Herstellung von Rollenmarken aus Schalterbogen beschränkte sich jedoch nicht nur auf die ersten Ausgaben Germania. Auch hier wurden weitere Rollen z. B. Deutsches Reich Mi. 119 und 128, Olympiade 1936 Mi. 611, 612, 613, 614 und 615 sowie Marken aus Danzig, Ostland und Lokalpostausgaben (z. B. Löbau und Schwarzberg) hergestellt.

Der nächste Schritt, die Rationalisierung beim Verkauf an den „Normalkunden“, erfolgte 1914 mit Erscheinen des Kriegsdruckes Germania und der Herstellung von kleineren Rollengrößen für den Schalterwertzeichengeber. Dies erfolgte nach dem Kauf einer neuen Maschine die den Druck von 10 Wertzeichen nebeneinander ermöglichte. Parallel zu den Ausgaben des Deutschen Reiches wurden auch in Bayern Rollen von der Freimarkenserie „König Ludwig III“ (Mi. 94 ff.) gefertigt, was kaum bekannt ist.

Die Herstellung von Postwertzeichen in Rollenform ermöglichte mit dem Bau eines Wertzeichengebers der Firma Klüssendorf im Jahr 1929 auch den Verkauf an den Postkunden außerhalb der Schalterzeiten.

Nachdem die Rollenmarken im Deutschen Reich und Nebengebieten noch ohne rückseitige Zählnummer hergestellt wurden, entschied man sich bei der Deutschen Bundespost, während der Ausgabe Bundespräsident Heuss, die Postwertzeichen rückseitig mit Zählnummern zu versehen um Überprüfungen von Beständen bei An- und Übernahme zu erleichtern, die doch einen erheblichen Aufwand bedeuteten.

Neben den Postwertzeichen, die man in sehr unterschiedlicher Form sammeln kann oder muss, sammelt man auch das Verpackungsmaterial. Dies ist vor allen Dingen erforderlich um Konfektionsgrößen oder Herstellungsdaten auch nach Jahren noch nachzuweisen. So werden teilweise Daten, auch von sehr frühen Ausgaben, erst durch Auffinden von Verpackung bekannt. So erfuhr man z. B. erst 2002 über die Herstellung der DR Mi. 516, durch einen Fund in den USA, in der Rollengröße 1000. Erst kürzlich wurde unter Anderem die Herstellung der 200 Pf. (Magdeburger Dom) in 500er-Rollen nachgewiesen.

Dieses Sammelgebiet ist schier unerschöpflich für den „forschenden Sammler“ und lädt ein sich hiermit intensiv zu befassen.