Unter "Zusammendrucke" werden Beiträge über Heftchenblätter (HBl), Markenheftchenbogen (MHB) und Zusammendrucke (ZD) veröffentlicht. Wir beschränken uns hierbei z.Zt. auf Deutschland (ohne DDR) mit Schwerpunkt Deutsches Reich.

 

Schon mehrfach haben wir vor angeblichen H-Blatt 10B, 11B und 15B gewarnt. Inzwischen tauchen diese nicht nur bei ebay, sondern auch bei Auktionen auf (wie gerade in Süddeutschland!), insbesondere mit den - leider fälschlich in das Michel Handbuch aufgenommenen - Unterbrechungen.

Hierzu ist festzustellen, dass diese nicht aus Markenheftchen, sondern nachweisbar aus normalen Schalterbogen stammen. Die gezeigten Abbildungen von den Schalterbogen-Rändern der MiNr 98 und 101 wurde im Archiv für Philatelie in Bonn aufgenommen. Aus dem Bogen der 2 1/2 Pf Marke lassen sich 5mal "HBl 10 B" (viermal mit Unterbrechung) "erzeugen", wie abgebildet. Trennt man anders, so ergeben sich Ränder z.B. mit Unterbrechungen oben statt unten.

Um  den Nutzen für den Verkäufer darzustellen, sei daran erinnert, dass die MiNr 98 postfrisch mit 80ct notiert ist. Ein solches "HBl" hat also einen Katalogwert von weniger als 5€. Ein echtes H-Blatt 10B ist mit 400€ notiert, mit Unterbrechung sogar mit 800€. Natürlich haben (sorgfältig) aus den Bögen getrennte Teile auch immer eine "einwandfreie Zähnung", was (lt. Katalog) einen "Aufschlag von mindestens 100%" rechtfertigt. So wird mal eben ein Michel-"Wert" von 1600€ erzeugt, was bei o.g. Auktion zu einem Ausrufpreis von 200€ führte.

Bei den meisten "erzeugten" HBl 10B (o.a.) ist leicht zu erkennen, dass sie nicht aus einem MH stammen können. Es sollten also unbedingt nur geprüfte Stücke erworben werden. Ggfs. helfen wir Mitgliedern auch bei der Entscheidung.

Bei Unterbrechungen der Strichleiste kann man sich das sparen: es ist bis heute noch kein H-Bl. 10B, 11B oder 15B mit Unterbrechung der Strichleiste in MH nachgewiesen. Von H-Bl. 11B und 15B gibt es Verkürzungen oben oder unten, von H-Bl. 10B sind auch solche bis heute nicht bekannt.

Fragen und Ergänzungen bitte an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Nachtrag: Nach unserem Hinweis hat der o.e. Auktionator die entsprechenden Lose zurückgezogen.

 

Was bisher nicht in den Spezialkatalogen steht: näheres über die Abgabe der EG-Str. über Automaten

 

 

Einheitsgeberstreifen

 

Mit dem Erscheinen des Michel Handbuch-Kataloges MH Deutsches Reich 2009 wurde auch der ZD-Bereich erweitert. Dazu möchte ich auf die Einheitsgeberstreifen (EG-Str.) etwas näher eingehen. Diese kann man in 2 Untergruppen einteilen:

1. manuell aus dem Bogen getrennt

2. maschinell in der Reichsdruckerei aus dem Bogen zugeschnitten

In der Broschüre "Die Germania Markenheftchen und ihre Bögen" (s. Dienste / Literatur) haben wir auf S. 33 vor häufig bei ebay angebotenen vermeintlichen HBl 10 u.a. gewarnt. Zur Zeit (Mitte Januar 2011) bietet ein Händler aus seinem "Raritätenkabinett" eine dreiste, aber äußerst dilettantisch gemachte Version eines HBl 10A1 an:

Der ndgz Rand eines 6er Blocks (offensichtlich aus Schalterbogen getrennt) wurde in der Mitte mit 2 zusätzlichen Löchern "versehen", die falsche Position, Größe und Abstand haben, und der obere und untere Rand wurden abgeschrägt (wohl damit man nicht auch dort lochen musste). Schon war das (erstmals im neuen Michel Handbuch 2011 katalogisierte) dgz HBl 10 mit StrL erzeugt. Ganz nebenbei hatte sich der Katalogwert von ca. 4€ auf 360€ erhöht, also fast verhundertfacht! Da ist es bei einem Kaufpreis von 48,88€ (mit kostenlosem Versand und Echtheitsgarantie) wirklich fast geschenkt, oder!

Wer o.g. Broschüre gelesen hat, weiß zudem, dass die StrL bei dgz HBl 10 nur sehr schmal am Rand erscheint (Abb. auf S. 33) und nicht wie hier, in voller Breite dicht an den Marken!